Im Frühling erwacht die Natur und mit ihr auch zahlreiche Wildkräuter. Meist zu Unrecht als Unkraut bezeichnet, sind heimische Wildkräuter oft vergessenes Superfood. In punkto Gesundheitsförderung und kulinarischer Abwechslung sind sie kaum zu übertreffen.
Besonders im Frühling sind viele Wildkräuter zu finden. Von Natur aus robust und mit einer hohen Anpassungsfähigkeit wachsen sie an verschiedenen Standorten. So wächst unter anderem auf Wiesen, am Waldrand oder sogar im eigenen Garten: Vogelmiere, Gundermann, Bärlauch, Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchen, Waldmeister und Brennnessel. Damit sind sie regional und saisonal. Schon früher waren diese Pflanzen Grundlage der Ernährung und Vorreiter für die heutige Behandlung vieler Krankheiten.
Wildkräuter haben generell eine hohe Nährstoffdichte, doch gerade im Frühjahr sind diese oft um ein Vielfaches höher. In diesen Monaten steckt die Pflanze ihre gesamte Energie in das Wachstum. Viele essbaren Bestandteile der Pflanze von Wurzel bis Blüte sind reich an wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien. So enthalten Brennnesseln zum Beispiel je hundert Gramm etwa dreißigmal mehr Vitamin C als Kopfsalat. Die sekundären Pflanzenstoffe haben heilsame Wirkungen und sind unter anderem antioxidativ, antimikrobiell und entzündungshemmend. Wildkräuter wirken zudem oft entgiftend und fördern die Verdauung und den Stoffwechsel. Gerade nach den langen Wintermonaten ist dies eine Wohltat für den menschlichen Körper.
Wildkräuter sind nicht nur sehr gesund, sondern auch kulinarisch abwechslungsreich und vielseitig einsetzbar. Ob roh als Salat oder verarbeitet als Suppen, Pesto, Kräuterbutter, Kräuteröle, Kräutersalz und getrocknet als Tee. Gerade die jungen Blätter im Frühling sind besonders schmackhaft und haben ein intensives Aroma, was Gerichte geschmacklich sehr bereichert.
Im Frühjahr kann man mit Wildkräutern also den Speiseplan erweitern und profitiert gleichzeitig von zahlreichen gesundheitsfördernden Vorteilen. Und nicht nur für den Menschen sind Wildkräuter nützlich, sie sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Kleintiere und Insekten und bedeutend für Wildbienen und Schmetterlinge.
Zu beachten ist jedoch, dass man nur sammeln sollte was man eindeutig erkennt, keine geschützten Pflanzen und an einem Standort der nicht durch Tiere, Autos oder Landwirtschaft belastet ist. Zudem gilt für die Menge die Handstraußregel. Für den Laien empfiehlt sich daher die Teilnahme an einer geführten Kräuterwanderung.
Erschienen in der Luftballon-Elternzeitung, Ausgabe März 2024