Wald erleben mit Kleinkindern

Der Aufenthalt mit Kleinkindern im Wald ist eine großartige Möglichkeit, um ihnen die Natur spielerisch näherzubringen und ihr Verständnis für die Umwelt zu fördern. 
Kleinkinder sind neugierig und können beim Spielen im Wald eine Menge lernen. Gleichzeitig werden ihre kognitiven, sozialen, emotionalen und körperlichen Fähigkeiten verbessert.

Der Wald bietet viele Optionen für körperliche Aktivitäten wie Klettern, Krabbeln, Springen und Laufen. Körperliche Betätigung spielt eine zentrale Rolle für die physische, geistige und soziale Entwicklung. Zudem wird das Gleichgewicht durch den unebenen Waldboden oder natürliche Hindernisse geschult.
Im Wald werden alle Sinne angesprochen ohne zu überreizen. Kleinkinder erleben und begreifen die Dinge mit ihren Sinnen. Fühlen der Rinde, hören von Vogelgezwitscher, riechen von Kräutern, sehen von Bäumen, schmecken von essbaren Früchten. All das können sie nur verstehen durch eigene Erfahrungen.

Oft wird natürliches Material aus dem Wald verwendet, was die Kreativität fordert. So wird die eigene, kindliche Vorstellungskraft genutzt, um in der Natur zu spielen, zu bauen und zu gestalten. Auch soziale Fähigkeiten werden entwickelt wie der Respekt vor Tieren und Pflanzen. Durch den Kontakt im Kleinkindalter mit Tieren, Pflanzen, Würmern, Keimen aller Art und durch das Einatmen der Pflanzenbotschaften wird ganz nebenbei auch das Immunsystem gestärkt.

Einige Ideen, die man zu jeder Jahreszeit mit Kleinkindern im Wald umsetzen kann:

Naturmaterial sammeln

Kinder sammeln für ihr Leben gerne. Glücklicherweise findet man nicht nur im Herbst, sondern zu jeder Jahreszeit etwas im Wald. Durch den Kontakt zur Außenwelt, erkennen Kleinkinder, dass sie Individuen sind. Sortieren und Ordnen sind zudem die Basis für Mathematik. Zum Sammeln kann man Waldbingo Karten individuell anpassen oder Farbkarten vorbereiten. Die Kinder machen sich mit einem leeren Eierkarton und dem Waldbingo auf die Suche nach den abgebildeten Materialien.

Mit dem gesammelten Naturmaterial lässt sich auch schon im Kleinkindalter einiges machen:

Naturbild kleistern

Die Naturmaterialien werden begutachtet und mit Mehlkleister auf einem Papier zum Naturbild geklebt. Dabei können die Kinder kreativ werden und die Feinmotorik wird geschult.

Wald im Glas

In ein altes Glas mit Deckel können auch schon kleine Kinder ihre Naturmaterialien einfüllen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Es erfordert viel Geschicklichkeit die gefundenen Naturschätze in die Flasche oder das Glas zu füllen. Gut geeignet sind Moos, Eicheln, kleine Äste, kleine Schneckenhäuser, kleine Zapfen und alles was der Waldboden in kleiner Größe hergibt.

Bäume mit Kreide bemalen

Baumrinde lässt sich gut erfühlen, indem kleine Kinder Bäume und Baumstämme mit Kreide bemalen. Zusätzlich werden Kreativität und Farbverständnis gefordert.

Rinden Rubbelbilder

Die Kinder suchen sich einen Baum aus und die Begleitperson klebt das Papier mit Klebeband auf Körperhöhe des Kindes an den Baum. Die Kinder malen mit Wachsmalstiften ein Rindenkunstwerk. Dabei wird der Baum angefasst und Farbe, Form und Struktur wahrgenommen. Es bietet sich an unterschiedliche Baumarten mit glatter oder rauher Oberfläche zu wählen damit die Kinder am Ende unterschiedliche Ergebnisse haben.

Gerade bei Kleinkindern ist es wichtig darauf zu achten, dass sie in Sicht- und Hörweite bleiben und nichts essen oder trinken was sie im Wald finden. Mit diesen Regeln im Hinterkopf sind die Möglichkeiten für Kinder im Wald vielfältig und der Naturbezug essenziell für die frühkindliche Entwicklung.

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